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Die ersten Tage mit einem neuen Galgo – was soll ich füttern?

26. Juli
3 Min. Lesezeit


Wenn ein Galgo in sein neues Zuhause einzieht, beginnt für ihn ein komplett neues Leben.

Für uns Menschen ist es ein wunderschöner Moment: Endlich darf dieser Hund ankommen, wird geliebt und bekommt die Sicherheit, die er vielleicht so lange vermisst hat.


Doch für den Hund bedeutet diese Zeit auch eine enorme Umstellung.

Neue Menschen, neue Gerüche, neue Geräusche, ein neues Zuhause (überhaupt ein zu Hause) und oft auch eine lange Reise liegen hinter ihm. Auch wenn wir den Stress nicht immer direkt erkennen – der Körper des Hundes verarbeitet gerade sehr viele neue Eindrücke.


„Er ist so dünn, er muss schnell zunehmen“ – ein verständlicher Gedanke

Viele Galgos kommen sehr schlank an. Natürlich möchte man ihnen helfen und ihnen schnell etwas Gutes tun.

Doch ein gestresster Körper kann Nahrung oft nicht optimal verwerten. Einfach mehr Futter zu geben, ist deshalb nicht immer die Lösung.


Ein Hund, der innerlich noch im Ausnahmezustand ist, kann Schwierigkeiten haben zuzunehmen.


Wichtig ist deshalb zuerst, den Stress so gut wie möglich zu reduzieren:

• Sicherheit geben

• Ruhe ermöglichen

• einen geregelten Alltag schaffen

• nicht zu viele Veränderungen auf einmal


Wenn der Körper wieder zur Ruhe kommt, funktioniert häufig auch die Verdauung besser.


Durchfall nach der Ankunft – nicht immer ist das Futter schuld

Viele neue Halter erschrecken, wenn ihr Galgo nach der Ankunft Durchfall bekommt.

Natürlich kann Futter eine Rolle spielen.


Gerade in der ersten Zeit gibt es aber viele andere mögliche Gründe:

• Stress durch die Reise

• die neue Umgebung

• viele unbekannte Situationen

• ein veränderter Tagesablauf


Der Darm reagiert sehr sensibel auf Stress. Auch ein Hund, der nach außen ruhig wirkt, kann innerlich sehr viel verarbeiten.

Deshalb bedeutet weicher Kot oder auch mal Durchfall nach der Ankunft nicht automatisch, dass das Futter nicht vertragen wird oder der Hund krank ist. Wenn man unsicher ist, der Hund auch sonst einen schlechten Eindruck macht sollte man aber lieber einmal mehr den Tierarzt aufsuchen.


Warum eine langsame Futterumstellung oft gar nicht möglich ist:


Grundsätzlich ist eine langsame Futterumstellung sinnvoll. Bei einem frisch eingereisten Galgo ist sie aber häufig nicht umsetzbar.

Viele Hunde bekommen in Spanien ein normales, eher günstigeres Trockenfutter. Es ist vielleicht nicht das Futter, das wir uns langfristig ausgesucht hätten, aber der Körper des Hundes kennt es.

Deshalb kann es sinnvoll sein, in den ersten Wochen ein Futter zu wählen, das möglichst ähnlich ist wie das bisherige Futter.

So bekommt der Darm nicht zusätzlich zu allen anderen Veränderungen noch eine komplette Umstellung.


Wenn der Hund angekommen ist, Vertrauen aufgebaut hat und sich der Alltag eingespielt hat, kann man in Ruhe überlegen, ob man auf ein anderes Futter wechseln möchte.


Übrigens sollte man auch mit Kauartikel erst mal etwas vorsichtig sein. Viele Kauartikel, wie Rinderohren, Haut, Pansen etc ist eher schwer verdaulich und kann ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen.


Der Vorteil bei einer Umstellung nach einigen Wochen:

Man kann den Hund besser einschätzen

Wenn nicht gleichzeitig alles verändert wird, lässt sich auch besser beurteilen:


Kommt der Durchfall vom Stress?

Verträgt der Hund das Futter nicht?

Braucht er eine andere Fütterung?


Ein Galgo, der gerade erst aus Spanien angekommen ist, zeigt oft noch nicht sofort, was er wirklich braucht. Erst wenn er sich sicher fühlt, können wir seinen Charakter, seine Bedürfnisse und auch seine Verdauung besser einschätzen.


Ein Galgo braucht nach der Ankunft nicht sofort die perfekte Lösung.

Er braucht vor allem Sicherheit, Geduld und Verständnis.

Die beste Ernährung ist die, die zu diesem individuellen Hund passt.


Und manchmal beginnt der Weg dorthin mit etwas ganz Einfachem: Erst einmal ankommen dürfen.


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