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Seniorhunde richtig füttern

2. Aug.
5 Min. Lesezeit

Wenn die ersten grauen Haare kommen und der Hund langsamer wird, beginnt eine ganz besondere Lebensphase.


Mit dem Alter verändert sich auch der Körper. Die Verdauung kann sensibler werden, der Stoffwechsel verändert sich, Muskulatur wird schwieriger erhalten und manche Nährstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen und verwertet werden wie früher.


Genau deshalb verdient ein Seniorhund keine Standardlösung, sondern eine Ernährung, die zu seinem aktuellen Leben passt.


Denn eines ist wichtig:

Ein Seniorhund ist nicht einfach ein junger Hund mit weniger Energiebedarf.


Nicht jeder Senior braucht weniger Futter

Einer der häufigsten Irrtümer in der Hundeernährung ist:

„Mein Hund ist alt, also braucht er weniger Futter.“

Bei vielen Hunden stimmt das tatsächlich – wenn sie sich weniger bewegen und der Energieverbrauch sinkt. Das Problem ist aber, dass durch die häufig schlechtere Verdauungsleistung gewisse Nährstoffe in grösseren Mengen benötigt werden. Wenn man also weniger Futter gibt, gibt man auch weniger Nährstoffe.


Alter alleine entscheidet nicht über den Bedarf.

Auch Erkrankungen, Muskelzustand, Aktivität und der individuelle Stoffwechsel spielen eine große Rolle.


Ein Beispiel aus meinem Alltag:

Meine Galga Raisa ist herzkrank. Ihr Herz muss deutlich mehr arbeiten als das eines gesunden Hundes. Dadurch kann ihr Körper einen höheren Energiebedarf haben, als in jüngeren Jahren, obwohl sie jetzt 12 ist. Sie braucht das doppelte an Energie, im Vergleich zu unseren anderen zwei Senior Galgas. Zudem natürlich diverse Zusätze um ihr Herz zu unterstützen.

Der Kardiologe meinte vor einem Jahr, als wir zum zweiten Herzultraschall kamen: "ich hätte nicht gedacht, dass ich sie nochmals sehe". Und das ist bereits wieder über ein Jahr her. Ich glaube das hat auch viel damkt zu tun, was sie alles bekommt und wie ich ihre Rationen gestaltet habe.


Das zeigt:

Nicht das Alter bestimmt die Ernährung, sondern der Hund als Ganzes.


Warum Senioren manchmal Nährstoffe schlechter verwerten


Mit zunehmendem Alter verändert sich auch der Verdauungstrakt.

Manche Senioren können Nährstoffe nicht mehr genauso effizient aufnehmen und verwerten wie früher.

Mögliche Gründe können sein:

  • eine veränderte Darmflora

  • eine langsamere Verdauung

  • weniger Appetit

  • Erkrankungen

  • Medikamente

  • eine nachlassende Verdauungsleistung


Deshalb lohnt es sich gerade bei älteren Hunden, die Ernährung regelmäßig zu überprüfen.

Nicht immer braucht es eine komplette Futterumstellung – manchmal reichen kleine Anpassungen, um den Hund besser zu unterstützen.


Muskelabbau vermeiden – eine der wichtigsten Aufgaben im Alter


Eine der größten Herausforderungen bei Senioren ist der Erhalt der Muskulatur.

Mit zunehmendem Alter fällt es vielen Hunden schwerer, Muskelmasse zu erhalten. Ist auch bei uns Menschen so.

Dabei ist Muskulatur enorm wichtig:

  • sie unterstützt die Gelenke

  • hilft bei Stabilität und Beweglichkeit

  • verbessert die körperliche Belastbarkeit

  • trägt zur Lebensqualität bei

Das Herz ist übrigens auch ein Muskel...


Deshalb sollte ein Senior nicht einfach weniger bekommen, ohne genauer hinzuschauen.

Fragen, die man sich stellen sollte:

  • Hat mein Hund noch ausreichend Muskulatur?

  • Wird er schwächer beim Aufstehen?

  • Sind Rippen und Wirbelsäule stärker sichtbar als früher?

  • Hat er weiterhin Freude an Bewegung?


Protein im Alter – weniger ist nicht automatisch besser


Noch immer hört man häufig, dass alte Hunde weniger Eiweiß benötigen.

Das ist so pauschal nicht richtig.

Gerade für den Muskelerhalt ist eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen Proteinen wichtig.

Entscheidend sind:

  • die Qualität der Proteinquelle

  • die Verdaulichkeit

  • die individuelle Gesundheitssituation

Natürlich gibt es Erkrankungen, bei denen die Ernährung angepasst werden muss. Deshalb sollte immer der einzelne Hund betrachtet werden.


Wichtige Nährstoffe für Senioren

Nicht jeder Seniorhund braucht automatisch zahlreiche Ergänzungen.

Aber je nach Hund, Fütterung und Gesundheitszustand können bestimmte Nährstoffe sinnvoll sein.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den häufig empfohlenen Ergänzungen im Seniorenbereich.

Sie können den Körper unterstützen bei:

  • Gelenkgesundheit

  • Haut und Fell

  • normalen Entzündungsprozessen

  • allgemeiner Zellgesundheit

  • Herz usw

Besonders interessant sind EPA und DHA aus Fischöl oder hochwertigen Algenölen.


Wichtig:

Nicht jedes Öl liefert die gleichen Omega-3-Fettsäuren. Deshalb sollte man auf die Zusammensetzung achten.


Ich empfehle für jeden Hund, in jedem Alter, ein gutes Omega 3 Öl. Im Alter und bei gewissen Krankheiten, dann in höherer Dosierung.


Aminosäuren und hochwertiges Protein

Für den Muskelerhalt sind hochwertige Proteine und essentielle Aminosäuren wichtig.

Gerade bei älteren Hunden sollte man nicht einfach die Futtermenge stark reduzieren, ohne den Muskelzustand zu berücksichtigen.


Gelenke

Viele Hunde bekommen im Alter Veränderungen an den Gelenken.

Je nach Hund können unterstützend interessant sein:

  • Glucosamin

  • Chondroitin

  • MSM

  • Kollagen

  • Grünlippmuschel

Sie ersetzen keine notwendige Behandlung, können aber Teil eines Gesamtkonzeptes sein.


Antioxidantien

Ältere Hunde sind stärker verschiedenen Belastungen ausgesetzt.

Eine ausgewogene Versorgung mit Antioxidantien kann sinnvoll sein, beispielsweise:

  • Vitamin E

  • bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe


Auch hier gilt:

Mehr ist nicht automatisch besser.


B-Vitamine

B-Vitamine spielen eine Rolle im:

  • Energiestoffwechsel

  • Nervensystem

  • Zellstoffwechsel

Bei manchen Senioren kann eine gezielte Unterstützung sinnvoll sein.


Taurin, L-Carnitin und Coenzym Q10

Diese Nährstoffe werden häufig im Zusammenhang mit Herz- und Energiestoffwechsel betrachtet.

Gerade bei herzkranken Hunden sollte die Ernährung immer individuell mit Tierarzt und/oder Ernährungsberatung abgestimmt werden.


Typische Probleme im Alter – und was helfen kann


Zahnprobleme

Viele alte Hunde fressen schlechter, weil Kauen unangenehm geworden ist.

Tipps:

  • Nassfutter anbieten

  • Trockenfutter gegebenenfalls einweichen

  • Futter weicher gestalten

  • Zähne regelmäßig kontrollieren lassen

Nicht jeder schlechte Fresser ist mäkelig – manchmal steckt ein Problem dahinter.


Weniger Appetit

Wenn ein Senior schlechter frisst:

  • mehrere kleine Mahlzeiten anbieten

  • Futter leicht erwärmen

  • auf gute Verträglichkeit achten

  • Ursachen abklären

  • Ration anpassen und Komponenten einbauen, die sehr gerne gefressen werden. (Bei Raisa sind das zb getrocknete Hühnerherzen oder Schnittwurst)

Gerade bei alten Hunden sollte Gewichtsverlust ernst genommen werden.


Verdauungsprobleme

Die Verdauung kann empfindlicher werden.

Hilfreich können sein:

  • langsame Futterumstellungen

  • passende Ballaststoffe

  • Unterstützung der Darmflora

  • gut verdauliche Zutaten


Herzpatienten

Bei herzkranken Senioren ist eine individuelle Betrachtung besonders wichtig.

Wichtige Punkte:

  • Gewicht kontrollieren

  • Muskulatur erhalten

  • Medikamente berücksichtigen

  • Atemfrequenz beobachten

  • Ernährung an die Situation anpassen


Gesundheitscheck beim Seniorhund

Ernährung und Gesundheit gehören zusammen.

Regelmäßige Kontrollen können helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Je nach Hund können sinnvoll sein:


Blutbild

  • rote und weiße Blutkörperchen

  • Hinweise auf Entzündungen oder Blutarmut

Nierenwerte

  • Kreatinin

  • Harnstoff

  • SDMA

  • Phosphor

Leberwerte

  • ALT

  • AST

  • GLDH

  • AP

  • Bilirubin


Weitere Werte nach Bedarf

  • Bauchspeicheldrüsenwerte

  • Schilddrüse

  • Elektrolyte wie Natrium und Kalium


Wichtig:

Ein einzelner Wert erzählt nie die ganze Geschichte.

Immer entscheidend ist das Gesamtbild:

Der Hund, seine Symptome, die Entwicklung über die Zeit und seine individuelle Situation.


Warum eine Rationsüberprüfung gerade bei Senioren sinnvoll ist

Die Bedürfnisse eines Hundes verändern sich im Laufe seines Lebens.

Eine Ration, die vor einigen Jahren perfekt gepasst hat, muss heute nicht mehr optimal sein.

Eine Überprüfung kann zeigen:

  • Passt die Energieversorgung noch?

  • Wird mein Hund ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt?

  • Gibt es Anpassungsmöglichkeiten?

  • Passt die Ernährung zur aktuellen Gesundheitssituation?

Gerade bei Senioren lohnt sich ein individueller Blick.


Meine 5 wichtigsten Tipps für Seniorhunde

🐾 Nicht automatisch weniger füttern – individuell betrachten


🐾 Muskulatur erhalten und nicht nur Gewicht kontrollieren


🐾 Veränderungen früh erkennen und abklären lassen


🐾 Ernährung regelmäßig an den aktuellen Zustand anpassen


🐾 Lebensqualität immer an erste Stelle setzen


Mein Fazit

Ein alter Hund braucht nicht automatisch weniger.

Er braucht vor allem eine Ernährung, die zu seinem Körper, seiner Gesundheit und seinem Leben passt.

Manche Senioren benötigen weniger Energie. Andere – wie beispielsweise herzkranke Hunde – können sogar einen höheren Bedarf haben.

Alter ist keine Krankheit.

Aber Alter bedeutet, genauer hinzuschauen.


Unsere Hunde schenken uns viele Jahre voller Liebe und Vertrauen. Es liegt an uns, ihnen diese Jahre so angenehm wie möglich zu machen.


Nicht nur mehr Jahre schenken.

Sondern den Jahren mehr Leben geben. ❤️


Du bist unsicher, ob die Ernährung deines Seniorhundes noch passt?

Gerne schaue ich mir die aktuelle Ration individuell an und unterstütze dich dabei, die Fütterung an die Bedürfnisse deines Hundes anzupassen.


Melde dich gerne bei mir. 🐾

 
 
 

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