Erstausstattung, ein Tierschutzhund zieht ein
Das Offensichtliche zuerst
Näpfe, Futter, ein gemütliches Körbchen oder eine Decke — das ist natürlich auch Teil der Erstausstattung und vermutlich schon auf deiner Einkaufsliste. Das bekommt ihr hin! 😊
Worüber man aber viel seltener spricht — und was wirklich über Sicherheit und Wohlbefinden entscheidet — ist die richtige Ausrüstung für draußen. Und genau darum geht es hier.
Die Doppelsicherung beim Galgo oder Tierschutzhund kennen die meisten. Aber in der Praxis wird sie oft falsch umgesetzt — oder aufgegeben, weil zwei Leinen im Alltag einfach nervig sind. Genau dafür habe ich eine Lösung entwickelt.
Ich lebe auf unserem kleinen Lebenshof mit mehreren Galgos und Tierschutzhunden, und ich habe diese Situation zu oft miterlebt: Zwei Leinen, die sich verdrehen, verfangen, im falschen Moment im Weg sind man drüber stolpert— und irgendwann bleibt eine davon einfach zuhause. Mit dem Risiko, das damit einhergeht.
Deshalb zeige ich dir in diesem Artikel, was wirklich in die Erstausstattung gehört — und wie die Doppelsicherung im Alltag so einfach wird, dass du sie auch nach Monaten noch konsequent durchhältst. Rosalie ist draussen seit nun 5 Jahren immer doppelt gesichert.
Warum Galgos (und andere Tierschutzhunde) besondere Ausrüstung brauchen
Ein Galgo, ein Podenco, ein Greyhound oder ein anderer Tierschutzhund, kommt in eine Welt, die er nicht kennt. Er versteht nicht, was passiert. Das Klicken eines Türschlosses, eine tiefe Männerstimme, spielende Kinder, ein Besen — all das kann ihn in Sekundenbruchteilen in blanke Panik versetzen.
Und dann setzt er seinen Überlebensinstinkt ein: Er möchte nur noch weg, windet sich in alle Richtungen, mit voller Kraft und was passiert, wenn man dann nicht die Richtige Ausrüstung am Hund hatte? Genau, er schlüpft aus dem Geschirr oder Halsband und ist weg. Alleine, in Panik, in einer ihm fremden Welt... das ist nicht gut und kann sehr gefährlich, bis tödlich werden für den Hund aber auch für Menschen, wenns dadurch zb. zu einem Autounfall kommt.
Das Gute ist: Mit der richtigen Ausrüstung bist du auf genau diese Situationen vorbereitet.
1. Das Sicherheitsgeschirr — das Fundament
Was du brauchst, ist ein **Sicherheitsgeschirr** — auch Panikgeschirr genannt. Es sieht aus wie ein normales Geschirr, hat aber einen zweiten Bauchgurt, der gerade noch über den hintersten Rippen sitzt. Dieser zweite Gurt macht es dem Hund schlicht unmöglich, rückwärts herauszuschlüpfen.
Wichtig: Der hintere Gurt muss wirklich noch über den Rippen sitzen — nicht dahinter, denn dort drückt er auf die Organe und kann schmerzhaft werden.
Gute Optionen sind das Anny X Safety, das Panikgeschirr von Canifact oder das Flagline von Ruffwear. Kleineren, bis normal grossen Galgas passt meist Grösse M. Galgo Rüden eher L.
2. Das Halsband — breit, sicher, galgo-gerecht
Galgos — und viele andere Windhunde — haben einen außergewöhnlich schmalen, langen Kopf. Aus einem normalen Halsband schlüpfen sie ohne großen Aufwand einfach raus. Kein Witz, kein seltener Ausnahmefall — das passiert regelmäßig.
Was du brauchst: Ein breites Martingal- oder Zugstopphalsband. Es zieht sich zusammen, wenn der Hund zurück zieht, aber nur so weit, dass er nicht gewürgt wird. Es lässt sich bequem an- und ausziehen — aber nicht ungewollt abstreifen.
Ich fertige individuelle Zugstopphalsbänder aus hochwertigem Biothane — wasserfest, langlebig, in unzähligen Farben und perfekt auf den Hals deines Hundes angepasst.
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3. Die Leine — Doppelsicherung ohne Leinensalat

Zwei separate Leinen klingen logisch — sind aber in der Praxis meist etwas mühsam. Sie verdrehen sich, verfangen sich, und genau im falschen Moment fehlt einem der dritte Arm. Viele geben die Doppelsicherung deswegen irgendwann auf.
Das ist verständlich — aber gefährlich.
Genau deshalb habe ich meine Sicherheitsleine entwickelt — aus hochwertigem Biothane, mit zwei Sicherheitskarabinern, die gleichzeitig an Geschirr und Halsband befestigt werden. Eine einzige Leine sichert beide Punkte. Kein Leinensalat, kein Chaos, maximale Sicherheit.
Sie kann bequem um die eigene Hüfte getragen werden, sodass der Hund fest mit deinem Körpergewicht verankert ist — auch wenn du mal stolperst oder die Leine aus der Hand verlierst.
Und wenn die intensive Doppelsicherungsphase vorbei ist, nutzt du sie einfach weiter: in der Hand wie eine normale Leine, wie eine Handtasche über die Schulter gehängt oder am Bauchgurt befestigt — dann gibt sie etwas mehr Länge. Ein Produkt, das wirklich mit dir und deinem Hund mitwächst.
Mehr Infos zur Sicherheitsleine findest du im Blogbeitrag: Sicherheitsleine
Und noch eine wichtige Regel: Niemals eine Flexileine oder lange Schleppleine für einen Tierschutzhund in der Eingewöhnungsphase. Wenn die Flexileine aus der Hand fällt, scheppert das Plastikgehäuse hinter dem Hund her — und treibt den ohnehin panischen Hund immer weiter. Das endet selten gut. Schleppleinen können bei einem Galgo schnell sehr gefährlich werden. Ein Windhund erreicht innert weniger Galoppsprünge seine Maximalgeschwindigkeit. Wenn er dann mit solch einer Geschwindigkeit in die 5m (oder länger) Leine brettert kann das sehr schmerzhaft und gefährlich werden, für dich aber auch für den Hund. Zudem lässt sich an Schlepp- und Flexileine keine richtige Doppelsicherung machen.
4. Der Bauchgurt — deine stille Lebensversicherung
Egal welche Leine du trägst — das Prinzip ist dasselbe: Die Leine zum Geschirr deines Hundes sollte an deinem Körper befestigt sein, nicht nur in deiner Hand. Stolperst du, verlierst du die Führleine — der Hund ist trotzdem noch gesichert.
Wer die Sicherheitsleine nicht um die Hüfte trägt, sollte sich unbedingt einen Canicross- oder Jogging-Bauchgurt besorgen (online unter "Canicrossgurt" oder "Runningbelt" zu finden) und die Sicherungsleine dort einhängen. Klingt simpel — kann aber den Unterschied machen. Dann aber unbedingt auf gute Qualität und einen richtig starken Karabiner (aus dem Bergsteigerbereich) achten.
5. Die Umhängeleine — für den Alltag danach
Wenn du irgendwann weißt: Mein Hund und ich kennen uns, die konsequente Doppelsicherung ist nicht mehr bei jedem Schritt nötig — dann ist die verstellbare Umhängeleine aus Biothane deine perfekte Alltagsbegleiterin. Einfach die zweite Leine weglassen und die Umhängeleine alleine nutzen: um die Hüfte, über die Schulter gehängt, als normale Führleine oder für unterwegs. Flexibel, sicher, schön.
Blogbeitrag zur multifunktionellen Umhängeleine : Die verstellbare Umhängeleine – 4 Tragevarianten im Überblick
6. Der GPS-Tracker — deine letzte Absicherung
Selbst mit der besten Ausrüstung kann in absoluten Ausnahmesituationen etwas schiefgehen. Ein GPS-Tracker gibt dir im Ernstfall die Chance, deinen Hund schnell zu orten. Ich selbst nutze Tractive — mit meinem Link bekommst du 30% Rabatt:
7. Kleidung — weil Windhunde frieren
Galgos, Greyhounds und Podencos haben kaum Unterhautfett und ein extrem dünnes Fell. Schon ab etwa 10–15°C — je nach Wind und Wetter — brauchen sie etwas zum Anziehen. Das ist kein Luxus, das ist Notwendigkeit. Ich schwöre auf Hurtta und Sofa Dog Wear.
8. Das Futter — bitte nicht vergessen
Gerade neu adoptierte Hunde kommen oft gestresst, untergewichtig oder aus völlig anderen Ernährungsbedingungen an. Viele neue Besitzer sind unsicher: Trockenfutter? Nassfutter? BARF? Was ist das Richtige für meinen Hund?
Als zertifizierte Hundeernährungsberaterin helfe ich dir genau dabei. Wir schauen gemeinsam auf die individuelle Situation deines Hundes — seinen Zustand, seine Geschichte, seine Bedürfnisse — und erarbeiten einen Plan, der wirklich zu ihm passt.
Übrigens: Das gilt für alle Tierschutzhunde
Fazit: Bitte tu das vor dem ersten Spaziergang
Die richtige Ausrüstung ist kein "nice to have". Sie kann buchstäblich das Leben deines Hundes retten — und deinen ersten gemeinsamen Spaziergang zu einem schönen Erlebnis statt zu einem Albtraum machen.
Hast du Fragen zu den Produkten oder weißt du nicht, was für deinen Hund das Richtige ist? Schreib mir einfach — ich helfe dir gerne persönlich weiter.


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